#9 - Nachhaltigkeit bei KMU: Wie Banken auf dem Weg zur ESG Compliance unterstützen
Shownotes
In dieser Episode des Podcasts „Wir leben Nachhaltigkeit von der Theorie in die Praxis“ von BDO beleuchtet Moderatorin Katja Gruber die Herausforderungen der Nachhaltigkeitsregulatorik im Bankensektor und deren Auswirkungen auf Unternehmen.
Zu Gast ist Ingeborg Ober, ESG-Expertin im Bereich KMU bei der Erste Bank, die ihre langjährige Erfahrung im Bankenwesen einbringt. Ober blickt auf fast 3 Jahrzehnte im Bankensektor zurück und hat sich in den letzten Jahren intensiv mit ESG-Themen auseinandergesetzt. In der aktuellen Folge teilt sie ihre Erkenntnisse zur Integration von Nachhaltigkeit in Bankenprozesse und erläutert die Herausforderungen bei der Datenerhebung, insbesondere für Klein- und Mittelunternehmen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, welche Daten Banken von ihren Kund:innen anfordern und wie diese genutzt werden.
Die Erste Bank hat erkannt, dass ESG-Themen alle Bereiche durchdringen, und hat entsprechende Strukturen geschaffen, um sowohl intern als auch in der Kund:innenberatung diesen Anforderungen gerecht zu werden. Die Bank sieht ihre Aufgabe darin, Unternehmen bei der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zu begleiten und gleichzeitig die notwendigen internen Strukturen aufzubauen
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00:00:00: KATJA GRUBER Herzlich willkommen zu Wir leben Nachhaltigkeit von der Theorie in die Praxis, dem BDO-Podcast. Wir beleuchten die Herausforderungen der Nachhaltigkeitsregulatorik mit ausgewählten Expertinnen aus Unternehmenspraxis sowie Recht und Prüfung. Mein Name ist Katja Gruber und ich darf Sie durch diese Podcast-Reihe begleiten. und ich darf Sie durch diese Podcast-Reihe begleiten. Und am Ende jeder Folge erwarten Sie praktische Insights und Tipps im Hinblick auf die Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten. Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur ein Trend, sondern ein zentraler Faktor für Unternehmen. Und Banken spielen dabei eine entscheidende Rolle. In unserer heutigen Podcast-Folge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Was verlangen Banken im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen?
00:00:49: KATJA GRUBER Wie wirkt sich die neue Regulatorik auf Unternehmen aus und worauf müssen sich Betriebe, egal ob groß oder klein, einstellen? Ich darf heute Frau Ingeborg Ober bei mir im Studio begrüßen. Sie ist ESG-Expertin im Bereich KMU bei der Erste Bank und gemeinsam sprechen wir heute darüber, welche Anforderungen es seitens Banken an Unternehmen gibt und wie man sich hier proaktiv auf die wachsenden Erwartungen verschiedenster Stakeholder vorbereiten kann. Ein Gespräch, das somit Klarheit schafft. Lieber Ingeborg, herzlichen Dank für deinen Besuch. Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich, hier zu sein. Liebe Ingeborg, gerne möchten wir auch heute mit einer kurzen Vorstellung deiner Person und auch der Erste Bank starten. Kannst du uns vielleicht einen kurzen Einblick in dein tägliches Schaffen geben, vielleicht auch in deinen Werdegang bei der Bank, beziehungsweise auch wie sich das Thema ESG sozusagen in der ersten Bank entwickelt hat.
00:01:49: INGEBORG OBER Ja, mache ich sehr gerne. Vielleicht fange ich beim Werdegang an. Ich bin schon mittlerweile fast seit drei Jahrzehnten im Bankenwesen tätig und habe angefangen im Förderbereich, sprich Inlands- und Auslandsförderungen für Unternehmen, war dann sehr, sehr lange im Konsortialfinanzierungsbereich, das heißt Finanzierungen gemeinsam zwischen Banken abwickeln und bin nach einer kurzen Station im direkten Kundenbereich, also wirklich immer unternehmenskundenbezogen, zur ersten Bank gestoßen und seit, ja, ich würde sagen mittlerweile zwei bis drei Jahren schwerpunktmäßig mit dem Thema ISG befasst. Eine Entwicklung, die wir nicht so vorhergesehen haben, die wir eigentlich aufgenommen haben aus einem dieser wesentlichen Faktoren, auf die sich Unternehmen konzentrieren müssen in der Zukunft, aber wo man mit der Zeit einfach sieht, es entwickelt sich hier sehr viel und ihr als Experten habt das ja auch sehr, sehr nahe mitbekommen. Wir haben seit dem Green Deal eine Menge an Regulatorien, die auch in Banken implementiert werden müssen. Sprich, mein Schwerpunkt hat sich von der Kundenbetreuung, von der direkten Kundenbetreuung verlagert in eine, ja, ich würde sagen Beratungsfunktion und meine wesentliche Aufgabe ist es, meine Mitarbeiterinnen, meine Kolleginnen im Vertrieb zu sensibilisieren auf die ESG-Themen. Denn nur wenn wir intern das Wissen das nötig aufbauen, können wir auch ist, unsere Kunden begleiten. Und wenn du ESG generell in der Bank ansprichst, auch hier haben wir festgestellt, es reicht nicht, ein ESG-Office zu haben, das sich um sämtliche Themen wie Stakeholderbetreuung, wie Nachhaltigkeitsberichterstattung kümmert. Und da gibt es noch viel mehr Aufgaben, die mir jetzt gar nicht so im Detail bewusst sind, sondern wir haben ein Thema mit ESG, das sämtliche Bereiche in der Bank durchdringt. Das Risiko ist genauso betroffen wie wir als Marktbereiche und natürlich Controlling Reporting auch in einem sehr starken Ausmaß. wie wir als Marktbereiche und natürlich Controlling Reporting auch in einem sehr starken Ausmaß. Sprich eine Querschnittsmaterie, wie wir sie eigentlich selten erlebt haben.
00:03:50: KATJA GRUBER Nachhaltigkeit hat sich somit zum zentralen Element moderner Geschäftsstrategien entwickelt und insbesondere die Nachhaltigkeitsberichterstattung steht ja jetzt sehr im Fokus, wie du auch schon gesagt hast. Was sind denn so die größten Herausforderungen jetzt in Hinblick auf die Regulatorik jetzt für die Bank, aber auch für eure Kunden?
00:04:12: INGEBORG OBER Wir sind als Bank ja sehr stark aufgefordert und wir sind auch bereit dazu, eine emissionsarme Zukunft, wenn ich es so nennen darf, mitzufinanzieren. Aber das bedeutet natürlich auch, dass wir unsere Kundinnen begleiten wollen bei diesem Thema. Und das ist das, was meinen Bereich, also meinen Marktbereich jetzt tatsächlich sehr stark trifft. Die Herausforderung aus meiner Sicht, und da spreche ich jetzt speziell wieder diesen Klein- und Mittelunternehmensbereich an, ist dadurch geprägt, dass die Regulatorien ja nicht direkt die Klein- und Mittelunternehmen treffen, aber sehr wohl indirekt. Also es ist ja schon angekommen, es sind einfach die Kundinnen, die gewisse Erwartungshaltungen haben an die Unternehmen, aber sehr stark natürlich auch Lieferantinnen, also die ganze Wertschöpfungskette, die beachtet werden muss. In diesem Bereich ist es dann umso wichtiger, ich überlege jetzt wirklich, wie man das eigentlich in den richtigen Worten kleiden kann, weil wir haben es mit einer, manche sprechen ja vom Tsunami, mit einer Regulatoren-Tsunami zu tun, wo man sagt, es ist wirklich in einem Ausmaß, das schwer für den Einzelnen überschaubar ist. Und hier eine Orientierung zu bieten, hier eine gewisse Guidance auch zu haben, hier gemeinsam mit den Kundinnen zu überlegen, wie kann die Zukunft ausschauen und um was geht es ja? Es geht ja darum, um zukunftsfit zu sein. Das ist auch unsere Aufgabe als Bank und daneben natürlich, diese Finanzierungen bestmöglich in die Richtung zu leiten, dass wir sagen, wir haben alle eine bessere Zukunft vor uns.
00:05:43: KATJA GRUBER Du hast jetzt schon ganz richtig angesprochen, KMU sind ja jetzt nicht direkt von der Berichterstattung betroffen, sondern indirekt über die Wertschöpfungskette. Wenn wir jetzt auf die Großunternehmen hinblicken, gibt es da vielleicht schon Daten und Informationen, die ihr als Bank von den Großunternehmen anfragt, also beispielsweise im Zuge von Fragebögen?
00:06:04: INGEBORG OBER Ja, die gibt es. Die gibt es tatsächlich und bei uns trifft es vor allem die Unternehmen mit einer Umsatzgröße mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Wir haben hier einen Fragebogen, aber gemeinsam mit anderen Banken entwickelt. In diesem Zusammenhang verweise ich immer gerne auf den ÖKB ISG Data Hub. Es ist eine gemeinsame Plattform, wo Unternehmen kostenlos, das möchte ich noch betonen, sich registrieren können und ihre Daten strukturiert aufbereiten und zur Verfügung stellen. Sie haben die Datenhoheit und sie können sie dann an diverse Bankpartner verteilen. Ich finde das insofern eine großartige Initiative, weil ihr habt den Anfang miterlebt, wo jede Bank für sich schon Fragebögen entwickelt hat, um die Daten, die für sie wesentlich sind, zu sammeln und ich schätze das sehr, dass es hier gelungen ist, in Österreich eine gemeinsame Initiative zu starten, die es dem Unternehmen einfach erleichtert, nicht tausende Fragebögen ausfüllen zu müssen, sondern eine Informationsplattform zu haben, wo sämtliche Informationen strukturiert aufbereitet werden können und die auch noch dann noch Größe unterscheidet. Also ja, wir haben diese Datenanforderungen, um auf deine Frage noch einmal zurückzukommen, und die werden auch strukturiert abgearbeitet, sprich für Unternehmen, die sich nicht am ÖKB-IG-Data-Hub registrieren, die bekommen von uns den Fragebogen, die sich registrieren, da haben wir eine automatische Datenschnittstelle, also das wird eingespielt und die kannst du dann verwerten und für kleinere Unternehmen gibt es diese Fragen in der strukturierten Form noch nicht, nicht bei uns, aber sehr wohl auf der ÖKB ISG Data Hub Plattform und ich rate jedem Unternehmen, sich dort zu registrieren, einfach auch um ein Gefühl zu bekommen, welche Fragen im Bereich der Nachhaltigkeit relevant sein könnten und sich frühzeitig damit zu beschäftigen.
00:07:52: KATJA GRUBER Und gibt es auch schon Klein- und Mittelunternehmen, die diesen ÖKB-Hub nutzen oder sind das jetzt wirklich nur Großunternehmen?
00:07:59: INGEBORG OBER Ja, die gibt es, aber da gibt es noch Potenzial nach oben. Das möchte ich in dem Zusammenhang auch klar sagen. Ich verstehe es, weil der Druck ist einfach noch vielleicht nicht so groß oder ganz sicher nicht so groß wie bei den großen Unternehmen, die einfach im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung, im Zuge der Regulatorik schon stark betroffen sind. Aber jedes Unternehmen, das sich frühzeitig damit beschäftigt, hat schon eine Hürde genommen und man darf nicht unterschätzen, dass es Zeit und Aufwand erfordert, diese Daten zu sammeln. Weil das sind nicht Daten, wie wir sie gewohnt sind zu sammeln, sprich Umsatzkennzahlen, Ertragskennzahlen, Materialaufwand, sondern hier geht es wirklich um Daten, die man bisher vielleicht nicht in dieser Form aufbereitet hat im Unternehmen.
00:08:39: KATJA GRUBER Jetzt hast du einen ganz wichtigen Punkt angesprochen und das Thema Nachhaltigkeit zieht sich ja über drei große Säulen, über Umwelt, Soziales und Governance. Hast du da vielleicht einen Einblick, in welchen Bereichen es den Unternehmen leichter fällt, gewisse Daten bereitzustellen und welche Themen sozusagen mit ganz großen Herausforderungen für die Unternehmen verbunden sind?
00:09:03: INGEBORG OBER Das ist eine gute Frage. Ich denke, es tut mir jetzt wirklich schwer, ein bisschen die richtige Antwort zu weil es finden, ist eine F Ich Frage. es tut mir denke, jetzt wirklich ein bisschen schwer, die richtige Antwort zu finden, weil es ist eine Fülle an Datenpunkten, die überall gefragt sind, die man in der Vergangenheit in dieser Form nicht berichtet hat. Weil es gibt sehr wohl, auf das möchte ich wirklich auch hinweisen, es gibt ja sehr viele Aktivitäten, die schon geschehen in Unternehmen, die aber ganz selbstverständlich waren und nicht unter ESG jetzt groß reklamiert worden sind. Das ist jetzt wichtig, die zu erfassen und bekannt zu geben. Ich würde fast sagen, Umwelt ist natürlich ein Thema, das bisher nicht so in dieser strukturierten Form aufgeschlagen hat im Unternehmen. Soziales glaube ich, dass in den meisten KMU ohnehin schon verankert ist. Governance, ja, auch da. Wir haben ja auch in der Vergangenheit natürlich als Bank Korruption, Geldwäsche etc. Diese Themen, die sind ja nicht neu, die gibt es seit einigen Jahrzehnten und werden immer regierter verfolgt, fokussiert, wie auch immer. Aber Umwelt ist doch ein Thema, das relativ neu ist und wo ich schon merke, nehmen wir beispielsweise Energieverbrauch. Ich glaube, es hat sich fast jeder auch im privaten Bereich von uns erst mit der Energierechnung beschäftigt, wie die Strompreise nach oben gegangen sind. Und so ähnlich kommt man das vor bei sehr vielen Themen, die wir jetzt anstoßen im Zuge dieser Umweltthematik.
00:10:21: KATJA GRUBER Und im Umweltbereich wird wahrscheinlich vor allem das Thema der Treibhausgasbilanzierung beziehungsweise von Zielen in diesem Bereich wahrscheinlich einen sehr hohen Stellenwert einnehmen, oder?
00:10:31: INGEBORG OBER Ja genau, da möchte ich auch nochmal betonen: der Druck aus meiner Sicht ist gar nicht so sehr von den Banken gegeben, sondern viel mehr vom Markt, beziehungsweise von den Kund:innen der jeweiligen Unternehmen. Ich kenne durchaus kleine und mittlere Unternehmen, die ein großes Unternehmen liefern und jetzt gefragt werden, wie hoch ist der Product Carbon Footprint, der Produktfußabdruck sozusagen, und vor der Herausforderung stehen, wie ermittle ich den? Und jetzt gibt es natürlich diverse Rechner, die man auch konsultieren kann und Tools, aber was ist das Richtige? Bin ich da am richtigen Weg? Und das ist vielleicht ein gutes Stichwort auch, weil wir gehen sich Themen an. Aus meiner Sicht ist es ganz, ganz wichtig, mit dem Stakeholder zu reden, in dem Fall mit meiner Kundin. Was ist die Erwartungshaltung? Wie soll ich das berechnen? Und dann aber auch ganz, ganz klar zu kommunizieren und transparent darzulegen, wie komme ich auf diesen Wert, den ich gerade ausgerechnet habe. Wir sind alle vor Themen, die hatten wir noch nicht, vor einem, vor zwei Jahren am Tisch. Und die Erwartungshaltung aus meiner Sicht ist nicht, dass wir sagen, die sind jetzt perfekt zu lösen, sondern es ist einfach, wie nähern wir uns den richtigen Werten? Und ich glaube, das wird auch noch ein bisschen Trial-and-Error-Phase geben, bevor wir da auf ganz genaue, konsistente Zahlen zurückgreifen können.
00:11:48: KATJA GRUBER Und das ist natürlich ein sehr herausfordernder Prozess, jetzt ein Product Carbon Footprint beispielsweise aufzustellen für ein Produkt, das man eben vertreibt. Gibt es da von Seiten der Bank beispielsweise Unterstützung, Beratungsleistungen? Also wie geht ihr da mit euren Kunden sozusagen um?
00:12:07: INGEBORG OBER Wir versuchen Orientierung zu geben. Was wir nicht sind, wir sind keine ESG-Berater. Das möchte ich auch ganz deutlich sagen, weil das geht sehr stark in technische Details, das geht sehr stark in Biologie, in Chemie, in Themenfelder, die wir als Bank einfach nicht abdecken. Aber wir können natürlich verweisen auf Tools, die es gibt. Wir können sagen, wir haben Erfahrungen auch von anderen Unternehmen, die wir betreuen. Wie gehen große Unternehmen mit dem Thema um? Und das sehe ich sehr stark als unsere Funktion, da zu begleiten, Tipps zu geben, Orientierung zu geben und gemeinsam zu versuchen, diese Herausforderungen zu meistern.
00:12:45: KATJA GRUBER Wir haben jetzt schon dass die ersten eurer gehört, KMU-Kunden sozusagen mit Anfragen seitens Großunternehmen konfrontiert sind. Inwiefern, glaubst wird eine du, frühzeitige Auseinandersetzung mit ESG für KMU ein Wettbewerbsvorteil sein?
00:13:03: INGEBORG OBER Das würde ich auf jeden Fall unterstreichen. Also ich man kann gar nicht früh genug damit anfangen. glaube, Zum weil einen, das Thema mächtig ist. Man unterschätzt es welche oft, Datenpunkte dann gefragt sind und auf die man noch nicht zurückgreifen kann, weil, wie wir schon diskutiert haben, es war einfach keine Notwendigkeit in der Vergangenheit, diese Daten detailliert zu erfassen. Zum anderen glaube ich, jetzt sich damit zu beschäftigen, ist einfach ein Vorteil, weil man früher dran ist als alle anderen, damit einen gewissen USP auch ausweisen kann. Aber auch, und das dürfen wir nicht vergessen, sämtliche Förderungen werden schon in diese Richtung geschneidert, wenn ich es so sagen kann. Also im Grunde genommen, Nachhaltigkeit als Aspekt verhilft mir zu einer größeren Chance, eine Förderung zu lukrieren. Es gibt sehr viele Zuschüsse auch bei Investitionen, die ich tätigen kann am Weg zur Transformation in Energiemaßnahmen. Und ein zweiter Punkt, der mir auch immer sehr wichtig ist, wenn ich den öffentlichen Sektor als Kunde haben will, auch hier gibt es Ausschreibungsbedingungen und in diese fließen immer mehr Nachhaltigkeitskriterien ein. Also bitte darauf achten, dass man hier frühzeitig bereit ist, um auch an diesem Wettbewerb oder an diesem Kuchen mitnaschen zu können.
00:14:18: KATJA GRUBER Wir haben jetzt vorher schon gehört, dass beispielsweise über den ÖKB-Hub gewisse nachhaltigkeitsrelevante Daten, Informationen eben abgefragt werden. Und dass Unternehmen da jetzt die Möglichkeit eben ihre Informationen haben, zu den verschiedenen Themen eben zu berichten. Aber was macht ihr denn dann eigentlich mit diesen Daten? Was passiert denn damit bei der Bank?
00:14:38: INGEBORG OBER Das ist eine sehr gute Frage. Vielleicht darf ich da kurz ausholen. Es ist ja nicht so, dass wir die zu unserem Selbstzweck sammeln und verfolgen. Wir haben genug Daten, um es einmal so zu sagen, aber wir sind als Banken sehr stark auch selbst einer Regulatorik unterworfen. Das heißt, es gibt die sogenannten EBA-Guidelines, also die Europäische Bankenaufsicht, die uns sehr genau vorschreibt, wie wir Kredite zu beurteilen haben, zu monitoren haben, wie wir in der Kreditvergabe vorgehen sollten. Und ein wesentlicher Teil davon sind auch diese ESG-Kriterien. Das heißt, wir sind schon von diesen Guidelines kommend verpflichtet, da zu unternehmen, gemäß der Nachhaltigkeit zu beurteilen. Und das hört sich jetzt alles sehr technokratisch an. Ich sage dann immer, ich bin jetzt so lange schon im Bankwesen. Es ist ja nicht sehr viel anders als in der Vergangenheit. Was ist es, wenn ich einen Kredit vergebe? Ich vergebe eigentlich ein Geld, wo ich darauf vertrauen muss, dass ich in Zukunft aus den Rückflüssen meinen Kredit wieder bedienen kann und zurückführen kann. Aber was heißt das? Das Unternehmen muss zukunftsfit sein. Das heißt, es geht immer darum zu beurteilen, hat dieses Unternehmen in der Zukunft eine Chance zu bestehen, überlebensfähig zu sein und derart Ertrag zu generieren, um unsere Kreditreihung und Zinsen zu bedienen. Das ist es ganz simpel. Und einer dieser Faktoren ist natürlich jetzt auch, dass ich sage, ich muss wettbewerbsfähig sein im Zuge auf Nachhaltigkeit und das Thema ist in diesen sogenannten EBA Guidelines auch drinnen. Das ist das erste große und jetzt kommt das zweite Thema, das aus meiner Sicht sehr stark in unsere Bankenwelt eingreift, das ist die EU-Taxonomie, also ein Klassifizierungssystem, das eigentlich vereinheitlicht, wie man grüne Aktivitäten beurteilt, grün beziehungsweise nachhaltig. Man darf auch nicht vergessen, es sind nicht nur Umweltaktivitäten, sondern auch soziale Aktivitäten. Und ich muss als Bank darauf schauen, wenn eine Investition getätigt wird, inwiefern ist diese Investition qualifiziert, als nachhaltiges Investment zu gelten. Und diese Beurteilung nehmen wir schon wirklich bei jeder Finanzierung vor. Und jetzt heißt das nicht, dass eine Finanzierung, die sich nicht qualifiziert, nachhaltig nicht finanziert werden kann. Nein, soweit ist es beileibe noch nicht. Aber Faktum ist, dass der Anteil dieser nachhaltigen Finanzierungen immer mehr werden wird in Zukunft. Und das auch unser Ziel als Bank ist.
00:17:08: KATJA GRUBER Jetzt ist schon das Stichwort EU-Taxonomie-Verordnung gefallen. Fließt denn die EU-Taxonomie-Konformität von Unternehmen jetzt aktuell schon in die Kreditvergabe der Erste Bank ein oder ist das sozusagen jetzt noch in Planung bei euch?
00:17:25: INGEBORG OBER Da bitte ich sehr stark zu unterscheiden zwischen der stricken Taxonomie-Konformität, die man ja fast nicht erreicht. Also jetzt, um es vielleicht auch kurz zu erklären, die Taxonomie bedingt, dass eines von sechs definierten Umweltzielen erreicht ist, aber auch, dass alle anderen fünf Umweltziele dadurch nicht beeinträchtigt sind. Es muss ein Minimum Social Safeguard Standard, also im Endeffekt auch gewährleistet sein, dass keine sozialen Bestimmungen verletzt werden, um es ganz platt auszudrücken. Und dann muss ich mir noch anschauen, ob die Governance stimmt. Also von dem her, ich habe eigentlich sehr, sehr viele Schritte zu machen und das in dieser Detailliertheit zu erfassen, gelingt sehr, sehr selten. Also die Taxonomiekonformität ist ganz, ganz schwierig zu erreichen und wird auch teilweise erst definiert. Also es sind ja erst die ersten zwei Ziele wirklich mit den Delegiertenverordnungen definiert worden. Also hier haben wir nur einen weiten Weg zu gehen, auch um zu sehen, welche Regulatorien greifen wirklich und wie kann man das auch nachweisen? Wie ist der Nachweis rechtsgültig erbracht? Ich spreche lieber von nachhaltigen Finanzierungen. Das ist eine Definition, die wir uns selbst auch gegeben haben und die sehr stark in Richtung dieser Ziele geht, wo wir sagen, diese Investition bringt wirklich einen wesentlichen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft. Und das zu definieren, das versuchen wir über unsere Tools, die wir uns selbst geschaffen haben als Bank auch. Das klingt jetzt so banal, die müssen natürlich abgenommen werden von den Prüfern, also wir sind da sehr stark an der Regulatorik unterlegen, aber um das zu prüfen, habe ich natürlich nach diesem Schema vorzugehen und dann kann ich entscheiden, ist es eine nachhaltige Investition oder nicht. Um auf deine Frage zurückzukommen, wir prüfen es, wir brauchen es auch für unser eigenes Reporting. Wir sind sehr glücklich, wenn wir sehr viele nachhaltige Finanzierungen machen können, aber es ist Gott sei Dank auch, muss ich fast sagen, nicht so weit, dass wir sagen, ich kann was anderes gar nicht mehr machen, weil es wird Es wird dauern. bis wir diese dauern, Transformation nicht so dass wir weit, ich kann was sagen, anderes gar nicht mehr weil es wird machen, dauern. Es wird dauern, bis wir diese Transformation auch wirklich schaffen, die wir uns vorgenommen haben. Man darf nicht vergessen, die Ziele sind doch sehr ambitioniert gesetzt.
00:19:34: KATJA GRUBER Und du hast bereits von Kriterien für die nachhaltige Finanzierung gesprochen. Definiert ihr da zum Beispiel Kriterien für gewisse Branchen oder gibt es beispielsweise Branchen, die niemals nachhaltig sein können? Also wie gestaltet sich das grundsätzlich bei euch?
00:19:50: INGEBORG OBER Du hast es ja schon ganz richtig erwähnt. Es ist natürlich ein gewisser Branchenfokus. Wir haben ja unser eigenes Kreditportfolio auch schon bewerten müssen. Wir müssen schon sagen, okay, was ist sozusagen der Carbon Footprint unseres eigenen Portfolios, nachdem wir nur sehr wenige Daten momentan haben, wirklich nur von den großen Unternehmen, beruht das sehr stark auf Schätzwerten. Und deswegen auch mein Plädoyer für alle Unternehmen, sich die Mühe zu nehmen, ihre eigenen Daten zu eruieren, weil nur dann nähern wir uns wirklich der Wahrheit. In der Zwischenzeit wird das sehr stark über Schätzwerte eingestuft und ich muss entsprechend auch kalkulieren. Also wir haben Schätzwerte für diverse Branchen. Wir wissen, gewisse Branchen sind einem höheren Risiko ausgesetzt. Nennen wir zum Beispiel Landwirtschaft. Aber wie in jeder Branche, es gibt natürlich auch genauso den Biolandwirt, der einen guten Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leistet und daneben die Massentierhaltung, die man weniger gern sieht in der Zukunft. Also ich muss auch da immer wieder unterscheiden und das kann ich nur, wenn ich mit dem Unternehmen rede und jetzt komme ich zu einem ganz wesentlichen Punkt, weil das eine ist natürlich Daten erfassen, das andere ist aber auch wirklich das Geschäftsmodell verstehen. Und wir haben bei uns immer Wert darauf gelegt und wir nennen das strategischen Dialog, also einen Dialog mit unseren Kunden zu führen, wo wir gemeinsam einfach sagen, wie kann die Zukunft aussehen, wie weit ist dein Geschäftsmodell dafür gerüstet, wie steht es im Einklang zur Bilanz, zu den letzten Ziffern, die wir haben und damit uns auch zahlenmäßig zu nähern.
00:21:22: KATJA GRUBER Jetzt hast du schon das Stichwort Risiken erwähnt und vor allem das Thema Klimarisikoanalyse hat ja sowohl in der EU-Taxonomie-Verordnung, aber auch bei der CSRD einen besonderen Stellenwert berücksichtigt, die auch da konkrete Klimarisiken, wie jetzt beispielsweise Klimarisiken ausgehend von Gefahren wie Hochwasser, Niederschlagsänderungen etc. Wird das schon mit berücksichtigt bei Bewertungen beispielsweise von Unternehmen? Risiken ausgehen von Gefahren wie Niederschlagsänderungen etc. Hochwasser, Wird das schon mit berücksichtigt bei Bewertungen beispielsweise von Unternehmen?
00:21:50: INGEBORG OBER Ja, und da muss ich auch sagen das ist jetzt auch nicht gänzlich neu, weil das haben wir in der Vergangenheit ja auch immer gehabt. Wir haben ja wenn wir beispielsweise Gebäude finanzieren, gerne, die Gebäude auch als überdekadische Sicherheit für unseren Kredit hereingenommen. Und dann gibt es eine Bewertung dieses Gebäudes. Und da war auch bisher schon Lage, Lage, Lage ausschlaggebend. Also gibt es einen Fluss daneben? Gibt es eine Lawinengefahr? Jetzt kommen natürlich andere Gefahren wie dazu, Dürre, Waldbrände. Hitze, Wir haben es ja leider wirklich alles erlebt in Europa, habe ich das Gefühl, in den letzten Jahren. Wir bewerten das. Wir bewerten das mit immer größeren Argus-Augen, um es auch wirklich auf den Punkt zu bringen. Das heißt, es ist auch der Standort maßgeblich, wo sich das Unternehmen befindet. Das ist der eine Teil, das ist der physikalischen Risiken, den du gerade angesprochen hast. Und das schlägt sich natürlich dann doch auch indirekt in den Konditionen nieder. Auch wenn ich immer sage, im Moment ist vielleicht der Konditionenvorteil nicht spürbar, aber klarerweise über Rating, über Sicherheitenbewertung spiegelt sich eine Finanzierung oder eine Finanzierungskondition dann auch und kann entsprechend besser sein, wenn ich im Endeffekt ein zukunftsfitteres Modell oder ein zukunftsfitteres Gebäude präsentiere.
00:23:04: KATJA GRUBER Jetzt haben wir schon ein paar Punkte gehört. Welche äußeren Faktoren wären denn deiner Meinung nach die wesentlichen Treiber im Bereich Nachhaltigkeit bei Unternehmen?
00:23:18: INGEBORG OBER Also wenn wir wieder auf die physikalischen klimatischen Risiken zurückgehen, Risiken, dann glaube dass ich, das vor allem Überflutungen, Hochwasser beziehungsweise in Österreich auch Hitze sein werden. Gerade wenn wir uns Wien anschauen, wenn ich da jetzt rausschaue, wir haben da einige Gebäude neben uns stehen, dazwischen Gott sei Dank einige Bäume. Es wird ja sehr stark daran gearbeitet, wieder zu entsiegeln, also die Versiegelung wieder rückgängig zu machen. Wir sind in einem Nachbarschaftsgebäude, ihr werdet es selber genauso erleben, wenn wir uns ohne Klimaschutzanlagen im Sommer hier reinsetzen müssten. Ich glaube, wir wären alle nicht froh. Man darf auch nicht vergessen, das spielt ja nicht nur daran, dass wir sagen, okay, jetzt ist heiß, sondern es geht auf die Konzentration, es geht auf die Gesundheit der Mitarbeiterinnen. Ich denke, diese Themen werden einfach immer mehr Stellenwart einnehmen. Und was uns wichtig ist, nicht nur zu eruieren, um Gottes willen, da ist ein Risiko, sondern einfach, wie kann ich das mitigieren? Wie kann ich was dagegen tun? Was kann ich eigentlich machen? Welche Maßnahmen kann ich ergreifen? Und um bei den Gebäuden zu bleiben, ist natürlich vielleicht eine Wärmepumpe, die gleichzeitig Kühlung und Wärme verspricht, eine gute Investition, die wir auch sehr gern finanzieren.
00:24:26: KATJA GRUBER Die ganzen Nachhaltigkeitsanforderungen, auf die wir jetzt ja aktuell treffen können, können natürlich traditionelle, tief verankerte Geschäftsmodelle vielleicht auf den Prüfstand stellen. Welche Hürden erlebst du bei KMUs, die jetzt überwunden werden müssen? Wo sind die größten Herausforderungen und gibt es auch vielleicht den einen oder anderen pragmatischen Ansatz, wie man das als KMU auch stemmen kann?
00:24:50: INGEBORG OBER Ja, vielleicht generell fangen wir mit dem Positiven an. Ich habe ja immer das Gefühl, die KMU sind von der Genetik her schon über mehreren Generationen denkend nachhaltiger als eine Aktiengesellschaft, die oft nur auf den kurzfristigen Gewinn schauen muss, um ihre Aktionäre zufriedenzustellen. Deswegen, zukunftsorientiert ist etwas, was in diesen Unternehmen doch sehr stark verankert ist, weil man möchte ja auch das Geschäftsmodell den weiteren Generationen vererben. Das heißt, der Blick geht ein bisschen über den Tellerrand hinaus, was in zehn Jahren sein wird, sondern man schaut auch, was es in 20, 30 Jahren sein wird. Das ist sicher positiv. Andererseits, man darf auch nicht vergessen, die Modelle, Technologien, was auch immer dort entwickelt worden ist, ist sehr stark emotional auch besetzt, weil das hat der Großvater schon entwickelt und der Vater hat es weiterentwickelt und jetzt ist die Tochter dran, genderneutral zu bleiben. Aber Faktum ist, da hängt natürlich auch das Herz dran und sich von diesen Dingen zu trennen ist oft nicht so leicht, wie bei einem Großunternehmen, das mehrere Geschäftsbereiche abdeckt. Also ich habe beide Tendenzen, die man natürlich gegeneinander abwägen muss. Du sagst pragmatisch, wie nähere ich mich pragmatisch den Themen und da empfehle ich immer einfach mit den Sachen zu beginnen, die quasi die Quick-Win sein können. Und wir haben es jetzt sehr stark erlebt, natürlich auch getrieben von den Energiepreisen, aber wo man einfach nachdenkt, was ist der Energieverbrauch, den ich habe? Und das ist nicht nur ein Datenpunkt, sondern das kann auch für mich eine nicht nur Chance ein Datenpunkt, sein. sondern das kann Dass auch ich für mich eine sage, Chance okay, schaue sein. Dass ich ich sage, mir okay, schaue das ich einmal mir das mal an. an. Kann ich da Kosten senken, indem ich weniger verbrauche, smarter meine Steuerung anlege, meine Energiesteuerung. Das sind oft kleine Kosten für einen Energieberater, der schon was bringt. Um dann weiter zu gehen, ich investiere vielleicht in eine Photovoltaikanlage, die wir übrigens auch sehr gerne finanzieren als Bank, um auch eine Werbung machen zu dürfen. Aber in weiterer Folge auch genauso zu sagen, wie schaut meine Mobilität aus? Wie ist mein Fuhrpark gestellt? Kann ich vielleicht auch mit Öffi-Tickets meine Mitarbeiter dazu bringen, sich nachhaltiger dem Gebäude oder dem Alltag der Arbeit zu nähern? Kann es auch ein Kosteneffekt sein? Ich denke, da gibt es einfach viele Möglichkeiten, die jetzt nicht so die ganz großen Umwälzungen bedeuten oder mit großem Aufwand verbunden sind und relativ rasch umsetzbar sind. Wenn man sich dann anschaut, das geht ja ganz gerne immer von der Gewinn- und Verlustrechnung aus, einfach zu sagen, okay, womit mache ich meinen Umsatz? Welche Dienstleistungen, welche Produkte sind da umfasst? Sind die in Zukunft noch gefragt? Woher nehme ich mein Material? Habe ich mir meine Lieferketten schon einmal angeschaut? Gibt es vielleicht regional bessere Alternativen? Ich hätte übrigens auch den Vorteil, dass ich vielleicht von diesen Lieferengpässen wegkomme, die wir in den letzten Jahren auch erlebt haben. Also es gibt so mannigfaltige Ansatzmöglichkeiten oder beim Material zu bleiben, fällt mir sofort Kreislaufwirtschaft ein. Ich kann natürlich das auch wieder anschauen, gibt es Möglichkeiten, dass ich Material wieder zurückbekommen kann, kann ich es wieder in den Produktionskreislauf einbauen und die größeren Sachen sind dann sicher, dass ich einfach meine Produktion, meine Maschinen einer Revision unterziehe und sage, gibt es hier effizientere Modelle, gibt es hier Modelle, die mir auch Kosten einsparen. Also ich versuche immer auch die Chancen herauszukitzeln, weil ich überzeugt bin, dass man diese Datenerhebung oder dieses Beschäftigen mit den Ressourcen des Unternehmens nicht nur als Pflicht sehen soll, sondern wenn ich das schon mache, wenn ich schon den Aufwand betreibe, dann bitte auch die Chancen sehen, die damit verbunden sind und Kosten reduzieren und schauen, wie kann ich eigentlich erfolgreicher sein. Das ganz Große ist natürlich, und das muss man einfach anschauen, weil das ist sicher von Geschäftsmodell zu Geschäftsmodell unterschiedlich zu prüfen, hat das noch Zukunft, was ich mache? Muss ich mir generell andere Geschäftsfelder oder Abnehmer suchen? Das sind sicher Entscheidungen, die jetzt nicht so leicht sind und nicht in diesem Jahr oder in zwei, drei Jahren umsetzbar sind. Das betreue ich von einer längerfristigen Betrachtung.
00:28:45: KATJA GRUBER Abschließend hätte ich noch eine Frage an dich. Gibt es beispielsweise irgendwelche Veranstaltungen, die ihr anbietet für Kunden, die sich jetzt zum Beispiel mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen möchten?
00:28:57: INGEBORG OBER Ja, wir haben ja gemeinsam schon einmal eine Kundenveranstaltung gemacht, wo ihr zum Thema Nachhaltigkeitsreporting berichtet habt und wir uns angeschlossen haben als Bank. Wir planen auch für nächstes Jahr wieder Veranstaltungen. Ich muss nur dazu sagen, es ist momentan wirklich auch schwierig, Kunden zu erreichen, weil wir haben sehr viele Veranstaltungen. Es geht nicht nur um das Thema Nachhaltigkeit. Wir haben Themen wie Inflation, wie Facharbeitermangel, wie steigenden Risiken, Liquidität, was momentan wieder ein großes Thema ist. Ich bin überzeugt, dass in all diesen Themen ja auch Nachhaltigkeit als Aspekt mitschwingt. Und wir werden ganz sicher auch im nächsten Jahr, sei es in Form von Webinaren oder auch Kundenveranstaltungen, Themen anbieten, die für Kunden hoffentlich sehr interessant sind und für uns absolut den Vorteil bieten, gemeinsam mit den Kunden die Zukunft zu erarbeiten und zu sagen, wir begleiten sie bei einer Transformation, die unumgänglich ist aus meiner Sicht.
00:29:56: KATJA GRUBER Ich glaube, du hast jetzt auch einen ganz wichtigen Punkt abschließend angesprochen, dass ja ökologische Nachhaltigkeit auch meistens einhergeht mit ökonomischer Nachhaltigkeit. Also ich glaube, da ist beispielsweise der Energieverbrauch ja das beste Beispiel. Energieverbrauch senkt ja natürlich einerseits den ökologischen Footprint von Unternehmen, aber natürlich andererseits auch die Kosten. Liebe Ingeborg, herzlichen Dank für deinen Besuch und für deine Einblicke in die Erste Bank und auch in eurer Geschäftstätigkeit. Vielen Dank, dass du heute bei uns da warst.
00:30:30: INGEBORG OBER Ja, ich danke euch und gerne wieder.
00:30:34: KATJA GRUBER Wie gewohnt darf ich auch heute einen Tipp für die Prüfung geben und der steht heute ganz im Zeichen der Datensammlung. Datensammlung. In einem ersten Schritt sollten Sie immer die relevanten Datenpunkte klar identifizieren und deren Definition eindeutig festlegen, um Missverständnisse bei der Erhebung zu vermeiden. Bestimmen Sie klare Verantwortlichkeiten und stellen Sie sicher, dass die Daten systematisch erfasst werden. Achten Sie darauf, dass alle Informationen auf solider dokumentarischer Evidenz basieren und kennzeichnen Sie etwaige Messungen und Neuigkeiten, die beispielsweise durch Schätzungen oder Hochrechnungen entstehen könnten. Zudem sollte ein Vier-Augen-Prinzip etabliert und dokumentiert werden, um die Qualität der erhobenen Daten im Unternehmen gewährleisten zu können. Ich bedanke mich ganz herzlich bei unseren Zuhörerinnen und verabschiede mich hiermit. Wir freuen uns, wenn Sie wieder einschalten. Folgen Sie uns auch gerne auf LinkedIn oder abonnieren Sie unseren Kanal, um auch wirklich keine Folge zu verpassen. Wir freuen uns, wenn wir uns beim nächsten Mal wieder hören und gerne können Sie auch Ihre Fragen hinterlassen, die wir dann im Zuge unseres Podcasts beantworten werden.
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